Read Das Feld by Robert Seethaler Online

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Wenn die Toten auf ihr Leben zurckblicken knnten, wovon wrden sie erzhlen Einer wurde geboren, verfiel dem Glcksspiel und starb Ein anderer hat nun endlich verstanden, in welchem Moment sich sein Leben entschied Eine erinnert sich daran, dass ihr Mann ein Leben lang ihre Hand in seiner gehalten hat Eine andere hatte siebenundsechzig Mnner, doch nur einen hat sie geliebt Und einer dachte Man msste mal raus hier Doch dann blieb er In Robert Seethalers neuem Roman geht es um das, was sich nicht fassen lsst Es ist ein Buch der Menschenleben, jedes ganz anders, jedes mit anderen verbunden Sie fgen sich zum Roman einer kleinen Stadt und zu einem Bild menschlicher Koexistenz....

Title : Das Feld
Author :
Rating :
ISBN : B07BKR39YZ
ISBN13 : -
Format Type : Other Book
Language : Deutsch
Publisher : Hanser Berlin Auflage 4 4 Juni 2018
Number of Pages : 388 Pages
File Size : 964 KB
Status : Available For Download
Last checked : 21 Minutes ago!

Das Feld Reviews

  • Tom Liehr
    2018-11-12 21:18

    Wenn das deutsche Feuilleton ein literarisches Werk feiert, dann meistens unisono, als würde sich kein Kritiker trauen, aus dem Reigen der Freudentänzer auszubrechen. So geschieht es derzeit mit „Das Feld“, dem sechsten Roman des Drehbuchautor-Schauspieler-Schriftstellers Robert Seethaler aus Österreich. Aber was feiern die Literaturkritiker da eigentlich?Das vergleichsweise schmale Buch erzählt die Geschichten von rund zwei Dutzend Menschen, jeweils aus deren Perspektive, und diese Menschen haben zwei wesentliche Dinge gemeinsam: Sie stammen aus Paulstadt, einer fiktiven Gemeinde irgendwo im deutschsprachigen Europa - und sie sind tot. Sie liegen allesamt nebeneinander auf dem „Feld“, wie die Einwohner den Friedhof von Paulstadt nennen. Von dort aus, sprichwörtlich die Graswurzeln von unten betrachtend, erzählen diese Leute ihre Lebensgeschichten, und einige erzählen auch deren Enden. Die Kapitel sind mal etwas länger und in einigen Fällen sehr kurz. Neben den genannten zwei Tatsachen gibt es noch zwei weitere Verbindungen, denn es gab einen Unglücksfall in Paulstadt - ein Freizeitzentrum ist eingestürzt und hat drei Menschen aufs Feld gebracht. Und der Pfarrer hat seine eigene Kirche angezündet. Es geht um Fortschritt, Egoismus, Korruption, Provinzmief, gescheiterte Lebensplanungen, Liebe und Glück. Oder wenigstens eine Ahnung von Glück.Wolfgang Tischer hat den Roman in seiner Kritik für das „Literaturcafé“ in der unmittelbaren Nachkriegszeit verortet, obwohl es zu dieser Zeit noch keine Freizeitzentren gab und einige sprachliche Merkmale ziemlich fortschrittlich gewesen wären. Aber einen exakten Hinweis auf die Zeit des Geschehens gibt es tatsächlich nicht - irgendwann gegen Ende wird allerdings ein Auto mit dem Baujahr 1967 erwähnt, das zum Zeitpunkt des Erwähnens ein Oldtimer ist, also spielt „Das Feld“ vermutlich zwischen den Achtzigern und den so genannten Nullerjahren, doch im Kern ist es natürlich ohne Zeit, denn die berichtenden Personen sind ja tot.Und, vor allem, schrecklich langweilig.Ja, das ist kunstvoll aufgebaut und kunstvoll erzählt, leider weitgehend im gleichen Duktus. Der Versuch, die Personen - einige davon waren zum Todeszeitpunkt noch sehr jung, andere haben viele Jahrzehnte auf dem Buckel gehabt - mit eigenen, erkennbaren Stimmen zu versehen, wird nicht ernsthaft unternommen. Seethaler hat sich stattdessen irgendwo zwischen Lenz und Walser eingependelt, spart mit sprachlicher Schönheit und direkter Emotionalität, gibt sich traditionell, fast altbacken, was tatsächlich dazu verleitet, die Geschichte in den Fünfzigern anzusiedeln. Er hat den Lebensgeschichten seines Personals einen abgeklärten, aber anspruchsvollen Tagebuchton verliehen, bei dem die Aussichtslosigkeit der Erzählersituation - man ist schließlich tot - fortwährend mitschwingt, was einen Teil des etwas depressiven Gesamteindrucks ausmacht. Hinzukommt, dass keiner von diesen Leute je wirklich glücklich war, und es hat erst recht keiner etwas hinterlassen, das man als bemerkenswerte Spur bezeichnen könnte. „Das Feld“ berichtet von bedauerlichen Schicksalen, die am Ende bedauerlicher Leben standen. Von banalen, mediokren, nicht besonders spannenden Schicksalen.Schon nach drei, vier Kapiteln hatte ich Schwierigkeiten damit, mich an Figuren und Geschehen der vorigen Kapitel zu erinnern, sie auseinanderzuhalten, und mit jedem weiteren Abschnitt sank das Interesse an diesen Leuten, an etwaigen Zusammenhängen oder der Geschichte hinter den Geschichten, die es möglicherweise auch überhaupt nicht gibt. Vermutlich wollte der Autor auf genau diesen Umstand hinweisen, wahrscheinlich ist das der Kern der Erzählung: Die Beliebigkeit und Belanglosigkeit dessen, was uns ausmacht und was davon bleibt. Man könnte „Das Feld“ als einen Aufruf dazu verstehen, das Leben zu genießen und sich keine Gedanken über Essenz, Sinn und Vermächtnis zu machen. Das Feld ist nichts weiter als der Acker, auf dem aus dem vergangenen neues Leben wächst, und mehr bleibt auch nicht.Das mag alles sein oder auch nicht - den Haupteindruck verändert es nicht. Möglicherweise hätte ich nicht unmittelbar zuvor Bücher von Nelly Zink, Michael Chabon und Marina Leky lesen sollen, aber dieses Buch - mein erstes und vermutlich letztes von Robert Seethaler - hat mich unterm Strich vor allem genervt und (beinahe zu Tode) gelangweilt.

  • Frau B.
    2018-10-25 21:01

    Die Idee des Buchs, die Toten noch einmal sprechen zu lassen finde ich sehr interessant. Irgendwie scheint aber kaum einer der Toten schöne Erinnerungen an sein Leben zu haben. Viele offenbaren nur ihre Lebenslügen und traurigen Momente. Für schöne Geschichten wird man in der deutschen Pressewelt wahrscheinlich auch nicht hoch gelobt. Ich will mir meinen Urlaub durch deprimierende Geschichten nicht verderben und lege das Buch jetzt nach gut der Hälfte zurück ins Regal.Wer wirklich wissen will, was Sterbende (und vielleicht auch Tote) denken, dem kann ich nur "5 Dinge, die Sterbende wirklich bereuen" von Bronnie Ware empfehlen.

  • Christiane Nowak
    2018-10-23 19:11

    Am Anfang der Beschreibung heißt es." Wenn die Toten auf ihr Leben zurückblicken könnten, wovon würden sie eerzählen?" Damit hatte ich auf wichtige Lebensstationen Verstorbener gerechnet. Dinge, die eben wichtig im vergangenen Leben waren. Empfand dann aber, daß hier Geschichten erzählt wurden, die mehr oder weniger belanglos waren. Ein Aneinanderreihen von eben irgendwelchen Biografien, ohne Tiefgang. Ich war enttäuscht.

  • Judith Hy
    2018-10-30 17:11

    Unter jedem Grabstein liegt eine Weltgeschichte, heißt es bei Heinrich Heine. Vielleicht ist es nicht immer eine ganze Welt- oder Lebensgeschichte, die die Verstorbenen in Robert Seethalers neuem Roman "Das Feld" zu erzählen haben. Und chronologisch und brav biographisch von A bis Z wird erst recht nicht berichtet - aber was die Figuren der einzelnen Kapitel aus ihrem Leben auswählen, und wie sie es in Worte packen, das liest sich ganz phantastisch. Skurril und berührend, melancholisch und überraschend - so facettenreich wie zu ihren Lebzeiten treten die Verblichenen auch hier auf - warum sollte jemand auch anders klingen, nur weil er tot ist? So ist das Buch weit weniger morbide, als man auf den ersten Blick glauben würde - statt dessen überwiegt der reduziert-lakonische, heiter-nachdenkliche Sound, den viele Leser bei Robert Seethaler lieben. Das Tolle ist aber, dass der Autor sich trotz des Erfolgs seiner letzten Bücher mit diesem Roman nicht wiederholt, sondern etwas ganz Neues geschaffen hat. Dafür Hut ab und fünf Sterne!

  • Mafölino
    2018-10-24 20:09

    Neben seinem Beruf als Schriftsteller ist Robert Seethaler, geboren wurde er 1966 in Wien, auch als Schauspieler und Drehbuchautor tätig. Sein literarisches Werk wurde mehrfach ausgezeichnet. Sein Roman „Ein ganzes Leben“ (2014) war ein Weltbestseller. „Das Feld“ ist der neue Roman des Autors. In dem Buch ertönen die Stimmen von Toten. Robert Seethaler erzählt das Schicksal von 29 Menschen, die zu Tode gekommen sind und auf dem Friedhof einer Provinzstadt ihr Leben rekapitulieren. Sie sprechen von ihren Träumen, Hoffnungen, Nöten, Wünschen und Zielen. Robert Seethaler beschreibt das Schicksal der Verstorbenen mit Humor, Witz und Ernst. Die Texte sind von unterschiedlicher Länge, fügen sich in Teilen zusammen. Der Autor aus Österreich ist ein brillanter Stilist, die Geschichten aus dem Totenreich rühren an und ergreifen. Das Buch ist große Literatur, unbedingt lesen.

  • C.L.
    2018-10-20 19:08

    Wunderbares, facettenreiches Buch.Sensibel formuliert wie die anderen Bücher von R. Seethaler- Tiefgang von vorne bis hinten...Zudem ließt der Autor ausgezeichnet, es macht Freude zuzuhören.

  • Amazon Kunde
    2018-11-02 13:04

    Ich leibe normalerweise die Bücher von Seehofer zB Der Trafikant oder Ein ganzes Leben, aber dieses Buch ist einfach komisch und konnte mich nicht einmal überwinden es fertig zu lesen...

  • Karin Kusch
    2018-11-08 19:08

    Das Buch war angenehm zu lesen, hat mich nicht vom Hocker gehauen, aber es war mal etwas Anderes.