Read Die Welt verändern, ohne die Macht zu übernehmen by John Holloway Online

die-welt-verndern-ohne-die-macht-zu-bernehmen

Sowohl mit Beifallsst rmen bedacht als auch ausgebuht ist es John Holloway mit seiner Streitschrift gelungen, eine breite und lang andauernde, internationale Debatte anzusto en, die an Lebhaftigkeit ihresgleichen sucht John Holloway spannt in seinem Buch ein widerspr chliches Feld von Macht und Gegenmacht, von Herrschaft und Widerstand auf Dabei geh rt er dank seiner profunden Kenntnis Adornos, Horkheimers, Blochs und all der anderen bekannten Gr en der kritischen Theorie zu den wenigen, die schwierige Sachverhalte anschaulich und einfach, fast spielerisch erkl ren, ohne dabei simplen Erkl rungen aufzusitzen.Der gelungene Einstieg in und Essay ber marxistische Wissenschaft, ihre Chancen und ihren neuerlichen Beginn erlebt jetzt seine 4 Auflage...

Title : Die Welt verändern, ohne die Macht zu übernehmen
Author :
Rating :
ISBN : 3896915142
ISBN13 : 978-3896915146
Format Type : Other Book
Language : Deutsch
Publisher : Westf lisches Dampfboot Auflage 5 1 Oktober 2010
Number of Pages : 255 Seiten
File Size : 970 KB
Status : Available For Download
Last checked : 21 Minutes ago!

Die Welt verändern, ohne die Macht zu übernehmen Reviews

  • Holger Voss
    2019-03-23 17:07

    Sicher eins der wichtigsten Bücher zur politischen Theorie seit 9/11 und vom Anspruch her vergleichbar eigentlich nur der Trilogie von Hardt/Negri, gegen die dieses Buch dann auch kräftig anschreibt - und zudem eines der wenigen Bücher, die eine Nachfolge in der Philosophie Ernst Blochs beanspruchen können. Hier ist denn auch alles versammelt, was in der Kritischen Theorie und iher Nachhut Rang und Namen hat: Adorno, Horkheimer, Marcuse,Benjamin, Foucault und Debord. Ob aber die Synthese, die der glänzenden Analyse folgt und der (von den Zapatisten entliehende) "Schrei" zur Widerrufung des allunfassenden "Empire" das uns heute umgibt, ausreichend ist, darf in Zweifel gezogen werdenIm Wesentlichen ausgehend von der Fetischthese des jungen Marx aus den Pariser Manuskripten, der den kapitalistischen Produktionsprozess als Trennung der Existenz von ihrer Konstituierung aufdeckt und so ein wesentliches Merkmal der Entfremdung aufzeigt, die uns heute mehr denn je bestimmt, fordert Holloway die "Wiedererlangung des Tuns" durch ständiges "negatives Handeln", wobei in einem "Karneval der Unterdrückten(p.246) die "Auflösung von Identität"(ibid.)das schlussendliche Ziel ist - hier trifft sich Holloway denn doch wieder mit Hardt/Negri, die eben dies (die Auflösung der Identität) in "Commonwealth" als der Weisheit letzten Schluss verkünden - und wie diese ist Holloway letztlich auch aus der Kurve getragen worden und hat den Mythos der Zapatisten analog zum Weltmythos verklärt. Denn Auflösung der Identität, nicht umsonst auch ein zentrales Thema der Postmoderne vor allem Lacanscher Prägung, heisst Verlust des Subjekts und wäre der Sieg des Fetischismus, den Marx vorhersah -was wir aber brauchen, ist Utopie.

  • Amazon Customer
    2019-04-05 18:27

    Wie genau das gehen soll, die Welt zu verändern, ohne die Macht zu übernehmen, verrät Holloway auch nicht - jedenfalls nicht in Form einer Betriebsanleitung. Das ist aber nicht der Grund für mich, seinem Buch volle 5 Sterne zu geben.Viel wichtiger ist für mich, was schon auf den ersten paar Dutzend Seiten geschieht. Dort schreibt der Autor, welche Gefühle in ihm besonders akademische Diskurse auslösen, oder genauer: Welche Gefühle in ihm verborgen bleiben sollen, weil in der "exakten" Welt der Wissenschaft dafür kein Platz ist. Holloway bebildert diese Gefühle, die tägliche Ungerechtigkeiten und Verbrechen (durch unser eigenes Verhalten und Konsumieren!) in ihm auslösen, mit der Metapher eines "Schreis". Sehr nah an dem, was ich selber dazu empfinde, folgt er diesem Schrei und sieht nach, wie er behandelt wird in Medien, an Universitäten, in der Politik. Und ist wütend darüber, wie wenig elementaren Gefühlen Achtung geschenkt wird. Aber genau das ist ja das Problem: Dass die Gefühle eines überwältigenden Teils der Menschheit ignoriert werden, und Armut und Wut sollen durch irregeleitete Theorien über das Heil des "Marktes" abgewiegelt werden.Holloway setzt dem eine andere Sicht entegegen. Er erklärt, warum die "Macht" zu übernehmen nicht gelingen kann, warum dieser revolutionäre Ansatz zum Scheitern verurteilt ist: Weil er in den Denkmustern verhaftet bleibt, die ihn hervorgebracht haben! Das Buch schwingt dann über zu sehr ansprechend, teils kompliziert zu lesenden Schilderungen und endet mit einer sehr einfachen Antwort.Wir selber, so Holloways verständliche These, reproduzieren unser Wirtschaftssystem. Tag für Tag tragen wir dazu bei, dass sich der Kapitalismus selbst erhält. Dass er ausgebaut wird. Dass er mehr Zerstörung produziert. Dass er noch mehr Macht erhält. Dies ist ein aktiver Prozess, den wir, jede und jeder einzelne, mit tragen. Und wir können ihn ebenso einfach stoppen: Indem wir aufhören, den Kapitalismus zu reproduzieren.Manchem mag diese Antwort zu einfach erscheinen. Für mich ist sie bestechend und zwingend logisch.

  • Hubert H.
    2019-04-17 10:11

    mit einer sehr berechtigten und aufrüttelnden Kritik am Staats- und Parteisozialismus im Mittelpunkt. Seine "Schrei" Metapher macht deutlich, daß der Marxsche Ausgang im Kommunistischen Manifest, eine Veränderung im Interesse und durch das Handeln "der übergroßen Mehrzahl" sei so nötig wie möglich, noch nichts von seiner Aktualität eingebüßt hat. Leider transportiert er eine Lösung, die so tut, als wäre eine den Kapitalismus ablösende Gesellschaftlichkeit schon immer diesem vorausgesetzt, der Kapitalismus hinderte 'uns' also immer nur daran, diese Gesellschaftlichkeit aus zu leben. Wofür seine so fein- wie unsinnige Unterscheidung zwischen TUN und Arbeit steht, denn natürlich ist dieses TUN real nirgendwo zu entdecken. Mit seiner Lösung "aufhören, den Kapitalismus zu reproduzieren" kommt er über den Voluntarismus des Staats- und Parteisozialismus selbst nicht hinaus, weil er übersieht, daß dafür die neue, den Kapitalismus ersetzende Gesellschaftlichkeit zuvor zumindest in Ansätzen - wenn nicht produziert, so zumindest aber antizipiert worden sein muß, wenn der Antikapitalismus mehr sein soll als Attitüde und leere Redewendung. Zu einem Tun, daß dann wirklich die Ablösung des Kapitalismus ermöglicht, hat er leider keinen Zugang, ja er sieht nicht mal das Problem (Gleichgültigkeit etwa war schon für Marx hier der wichtigste Begriff in der Beschreibung der ungesellschaftlichen Gesellschaftlichkeit", den der Marxismus allerdings total 'vergessen' hat).Grandios widersinnig oder sarkastisch zu Beginn die längste mir bekannte Danksagung als 'Rollenspiel' intellektuell-akademischer Hierarchien und im Kontrast dazu die Beruhigung für die Nichtgenannten, denn Identifikation "ist ja Herrschaft".