Read Piagnolia: Roman by Matthias von Arnim Online

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Italien 1934 Die zweite Fu ballweltmeisterschaft steht bevor, sie wird in Mussolinis Italien ausgetragen, und der Duce setzt buchst blich alles daran, dass es keinen anderen Sieger als eben Italien geben wird Handfeste Indizien deuten auf Schiedsrichterbestechung und weitere Manipulationen hin Diesen historischen Hintergrund nimmt der Roman auf und verkn pft ihn mit der fiktiven Geschichte um den US Sportreporter Nick Soriano, den aus dem Libyen Krieg in sein Heimatdorf Piagnolia heimgekehrten Guido Ventura und deren Gegenspieler Oberst Briccone, der als Handlanger Mussolinis die Geschicke der WM lenken soll Bestechungsgelder werden in Caf s bergeben, Dopingmittel den Trinkflaschen der Spieler zugesetzt, Schiedsrichter werden um die Ecke gebracht Die souver n gegeneinander montierten unterschiedlichen Handlungsebenen und orte erzeugen Tempo und Spannung Der Roman folgt dem zeitlichen Ablauf des Turniers und endet beim Endspiel am 10 Juni 1934 in einem furiosen Finale....

Title : Piagnolia: Roman
Author :
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ISBN : 3730700960
ISBN13 : 978-3730700969
Format Type : PDF
Language : Deutsch
Publisher : Verlag Die Werkstatt GmbH Auflage 1 24 Februar 2014
Number of Pages : 288 Seiten
File Size : 573 KB
Status : Available For Download
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Piagnolia: Roman Reviews

  • Amazon Customer
    2018-11-03 00:24

    „Piagnolia“ verknüpft in sehr gelungener Art eine spannend erzählte Geschichte rund um die Bewohner eines kleinen italienischen Dorfes mit historischen Ereignissen im Zusammenhang mit der Fußballweltmeisterschaft 1934. Dabei sind es aus Sicht eines fußballaffinen Lesers insbesondere auch die vielen überraschenden bis unglaublichen Details über das damalige Regelwerk (z.B. durften verletzte Spieler während eines Spiels nicht ersetzt werden) sowie verschobene Spiele, Schiedsrichterbestechungen und -bedrohungen, die das Buch lesenswert machen.Zweifellos werde ich mich ab dem 12. Juni bei jeder gravierenden Fehlentscheidung der Schiris an Stellen des Buches zurückerinnert fühlen und mir überlegen, wer in Brasilien wohl die Fäden in der Hand hält und die Spielergebnisse nach seinen Vorstellungen zu beeinflussen versucht. Letzteres ist natürlich nur ironisch gemeint, der Roman eignet sich aber in jedem Fall dazu, die Stunden bis zur nach deutscher Zeit zum Teil sehr späten Ausstrahlung vieler Partien auf unterhaltsame Weise auszufüllen.

  • BvF
    2018-10-25 04:11

    Großereignisse werfen ihre Schatten voraus – es ist wieder soweit, das Leder rollt und das Runde will ins Eckige. Wie das Ganze ausgehen wird, weiß im besten Falle keiner – oder vielleicht doch?Wie wir wissen ist die Geschichte des Fußballs in Europa und der Welt voll von Ereignissen, die durch vielfältige Manipulationen den Ausgang nicht nur einzelner Spiele entschieden haben.Auch in Italien 1934. Der Duce, Benito Mussolini selbst, hat alles daran gesetzt, die Fußballweltmeisterschaft ins Land zu holen. Aber das alleine genügt ihm nicht, Italien soll der Welt voran stehen. Auch im Fußball. Überall soll die Überlegenheit des italienischen System aufscheinen – Rom will siegen und nach Möglichkeit durch die vorausgeplanten Endstände der Spiele die Kosten, die für Stadien und Bestechungsgelder ausgegeben werden mussten, wieder wett machen. Die italienische Bevölkerung selbst steht dem ganzen Treiben nicht so leidenschaftlich gegenüber. Die Eintrittskarten für die Spiele sind teuer, die Steuern werden erhöht, um die Kosten wieder auszugleichen und die Squadra Azzurra ist zudem nicht unbedingt der absolute Favorit für den MeistertitelIrgendwie kommt einem das doch sehr aktuell und vertraut vor.Brasilien, der Ausrichter der Fußballweltmeisterschaft 2014, zahlt einen hohen Preis dafür, Gastgeberland dieses Turniers zu sein und möchte sicherlich gerne selbst den Titel holen. Die brasilianischen Fußballer fiebern den ersten Spielen ebenso entgegen, wie die anderen Mannschaften. Anders als ihre Mitbürger, die nur sehen, was diese WM die Gemeinschaft kostet: Anstelle von dringend benötigten Krankenhäusern und Bildungsstätten werden für immense Kosten Stadien an Orten errichtet, an denen normalerweise kaum Fußball gespielt wird. Indigene Einwohner werden zwangsumgesiedelt, Demonstranten, die um einen Boykott der WM bitten mit Gefängnis bedroht. All das sind Geschehnisse, die der durchschnittliche Fußballfan nicht wahrnehmen möchte. Will er doch an die Reinheit des Spiels und dessen Ausgangs glauben. Welche Schiebereien im Hintergrund geschehen … davor möchte er am liebsten die Augen verschließen und sich von den Alltagsnöten ablenken lassen. Ein Fußballfest genießen.Außerdem hält man sich in Italien – um ganz besonders in Piagnolia – gerne unabhängig von Obrigkeiten. Was geht einen die Partei, was geht einen Rom an, wenn man im Dorf doch einfach mit Gemeinschaftssinn gut über die Runden kommt. Man hilft sich gegenseitig und bleibt lieber unbemerkt, so unbemerkt, dass die Steuern, die eigentlich abgeführt werden müssten das eben nicht werden. Das hilft den Großgrundbesitzern, damit der Gemeinde und letztendlich dem Gemeinwohl aller Bürger Piagnolias. Agostino, der allseits beliebte Bürgermeister, versteht es geschickt, diese Tatsache weder in Rom noch sonst wo ruchbar zu machen.Aber niemand hat damit gerechnet, dass ein lange verloren geglaubter Sohn Piagnolias den Weg in sein Heimatdorf zurückfindet – mit dabei hat er einen Koffer voller Geld. Geld, dass ihm nicht gehört.Gleichzeitig erfährt der Unterhändler der faschistischen Partei, der damit betraut ist, die Übergabe eines mit Geld gefüllten Koffers an Funktionäre des griechischen Fußballverbandes zu überreichen ein wahres Fiasko. Der Koffer ist leer, bzw. mit Zeitungen befüllt, vom Geld fehlt jede Spur …(Wett)Betrug gab es schon häufiger in der langen Geschichte des Fußballs und wenn man ehrlich ist, kann man nicht so tun, als ob das etwas Neues wäre. Dass aber ein Staat, eine Partei, der Duce himself 1934 die in Italien stattfindende WM so massiv beeinflusst hat, dass Italien aus dieser nur als Farce zu bezeichnenden Weltmeisterschaft als Sieger hervorging – wer weiß das heute noch?Die Aktualität allerdings ist durchaus gegeben.Vielleicht war es genau diese Aktualität, die Matthias von Arnim dazu veranlasst hat, sich mit dem Thema aus historischer Sicht zu beschäftigen – gibt das doch Raum für eine interessante Perspektive. Geschaffen hat er dabei einen äußerst unterhaltsamen und gleichzeitig informativen Roman, der als Nebenwirkungen eigene Recherche zum Thema und einen veränderten Blick auf derlei Veranstaltungen hat. Geschickt verwebt von Armin den historischen Hintergrund, die Tatsachen, mit fiktiven Ereignissen um das ebenso fiktive Piagnolia, das mit seinen liebenswerten Bewohnern einen Hauch von „Don Camillo und Peppone“ versprüht.Nichts wirkt gestelzt oder hölzern, alles ist authentisch. Die Werte des Gemeinsinns, des Zusammenhaltes, der Freundschaft – hier findet man sie tatsächlich umgesetzt. Elf Freunde müsst ihr sein – aber hier außerhalb der Platzes. Das Fußballspiel steht als verbindendes Element zwar im Mittelpunkt der Geschichte, doch muss man als Leser weder ein Kenner dieser Mannschaftssportart sein, noch sie mögen, um sich mit diesem Roman bestens unterhalten zu fühlen.Im Umgang mit den Obrigkeiten zeigen die Einwohner Piagnolias eine wunderbare Cleverness – nichts wirkt plump sondern alles sympathisch klug, was zur Rettung des verlorenen Sohnes und neuer Verbündeter im Kampf für die Erhaltung der Autonomie getan wird. Land und Leute, sowie die Atmosphäre der damaligen sind fein erfühlt und so gut umgesetzt, dass man bei Lektüre fast vergessen mag, dass nicht die WM 1934 in Italien, sondern die WM 2014 in Brasilien ansteht.Piagnolia mag zur Zeit noch ein Geheimtipp sein, hat aber perspektivisch das Zeug dazu, auch hartgesottene Fans vom Fernseher weg in den Lesesessel zu lotsen.

  • WortGestalt-BuchBlog
    2018-10-24 23:11

    „Piagnolia“ ist der Name eines kleinen italienischen Dorfes unweit der Stadt Florenz. Hier geht es noch ganz beschaulich zu, man kennt sich eben. Wir schreiben das Jahr 1934. Ein liebevolles Figurenensemble, fast ein bisschen wie in Schlumpfhausen, bewohnt dieses lauschige Nest:Der Bürgermeister Agostino ist ein alter Kommunist, der im faschistischen Italien versucht, seinem Dorf noch eine gewisse Unschuld zu bewahren. Der Pfarrer Corello ist stets bemüht, den Pfad Gottes für seine Schäfchen so großzügig wie möglich auszulegen und väterlich-freundschaftliche Ratschläge zu erteilen. Der Bauer Filotti ist ein naiver wie liebenswerter und schwer verliebter Mann, der um die Gunst einer florentinischen Sängerin wirbt und dabei in Geldschwierigkeiten gerät. Der junge Guido Ventura, der nach Jahren wieder in sein Heimatdorf zurückkehrt, findet nicht das vor, was er zu suchen glaubte. Und der Sportjournalist Nick Soriano reist aus New York an, um über die anstehenden Fußballweltmeisterschaft zu berichten, ohne zu ahnen, welches Spiel in Italien tatsächlich gespielt wird.Vor einer zeitgeschichtlichen Kulisse erzählt der Autor Matthias von Arnim in seinem Debüt „Piagnolia“ eine fiktive Geschichte rund um die realen, rätselhaften Ereignisse der zweiten Fußballweltmeisterschaft im Sommer 1934 in Italien. Dies macht er vor allem sprachlich sehr gekonnt, sein Stil ist redegewandt und transportiert die Atmosphäre der ländlichen Idylle Italiens. An einigen Stellen wird dann und wann die Handlung durch kleine Wiederholungen ausgebremst, hier hatte ich oft das Gefühl, eben erlebte Ereignisse erneut erklärt zu bekommen, was im Gesamtbild das reine Erzählen noch nicht richtig rund erschienen ließ.Die Figurenzeichnung ist sehr herzlich, alle wichtigen Positionen für eine dynamisches Zusammenspiel sind besetzt. Es gibt einen schlauen, einen ehrlichen, einen väterlichen, einen traurigen, einen bösen, einen noch viel böseren, einen trotteligen und einen kecken Charakter. Dadurch entstehen zwar Protagonisten, die man als Leser sofort annehmen kann, die aber auch stark in ihren vorgegebenen Rollen verharren und mich so wenig überraschen konnten. Sympathisch, aber vorhersehbar.Den auf dem Klappentext angekündigten Fußball-Krimi konnte ich für mich leider nicht ausfindig machen. Das Buch hat eine tolle Geschichte und ganz viel Fußball zu bieten, allerdings keinen Kriminalplot im eigentlichen Sinne. Es gibt Mord und Erpressung, finstere Machenschaften und Betrügereien, aber der Spannungsbogen bleibt über die Handlung gestreckt insgesamt doch flach, Nervenkitzel findet man dann höchstens bei den Beschreibungen der Fußballspiele, gerade das Finale des Buches dürfte für jeden Fußballfan einem Krimi gleichkommen.Fazit: Eine Geschichte über die Manipulation und Instrumentalisierung der noch ganz jungen Fußballweltmeisterschaft, bei dessen Lektüre sich ein gewisses Maß an Begeisterung für Fußball als hilfreich erweisen könnte. Da ich bin persönlich mit verschwindend geringer Affinität zum Ballsport ausgestattet bin und mich selbst in EM- und WM-Jahren nicht im geringsten für das Geschehen rund um das Runde und das Eckige interessiere, blieb mir dieser Teil des Buches verschlossen. Wer sich von König Fußball allerdings begeistern und gern vom WM-Fieber packen lässt, dem sei dieses Buch empfohlen, das zusätzlich zum sportlichen Leseerlebnis auch viele interessante politische Aspekte einbringt und Zeitgeschichte mal aus einem anderen Blickwinkel beleuchtet.Bewertung: 3 SterneRezension auch bei: wortgestalt-buchblog.blogspot.com