Read Gesamtausgabe Texte und Briefe 12: Deutschland, Deutschland über alles (Tucholsky: Gesamtausgabe Texte und Briefe, Band 12) by Antje Bonitz Online

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Am 6 August 1929 erschien in Willi M nzenbergs Neuem Deutschen Verlag Deutschland, Deutschland ber alles Ein Bilderbuch von Kurt Tucholsky und vielen Fotografen Montiert von John Heartfield Keine andere Publikation Tucholskys f hrte zu so heftigen Reaktionen und spaltete sogar die Lager von Freund und Feind Das Buch ist ein R ckblick auf zehn Jahre Republik, seine Ver ffentlichung der H hepunkt des politisch publizistischen Kampfes Der Autor zieht hier, wie er es in einem Brief an Herbert Ihering selbst formulierte, gewisserma en eine abschlie ende Bilanz Die besondere Sch rfe seiner Polemik, die sich aus der Kombination von Texte und Bild ergibt, entfachte in der zeitgen ssischen Presse einen Sturm der Entr stung Die Presse lobt die Presse tobt annoncierte der Verlag und fasste damit die Rezeption pr zise zusammen Die Wirkung, die sich Tucholsky schon 1912 von der Text Bild Montage versprochen hatte, war eingetreten....

Title : Gesamtausgabe Texte und Briefe 12: Deutschland, Deutschland über alles (Tucholsky: Gesamtausgabe Texte und Briefe, Band 12)
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ISBN : 9783498065416
ISBN13 : 978-3498065416
Format Type : Hardback
Language : Deutsch
Publisher : Rowohlt Buchverlag Auflage 1 24 September 2004
Number of Pages : 293 Pages
File Size : 862 KB
Status : Available For Download
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Gesamtausgabe Texte und Briefe 12: Deutschland, Deutschland über alles (Tucholsky: Gesamtausgabe Texte und Briefe, Band 12) Reviews

  • CC
    2018-11-05 15:01

    Dieses Buch zu lesen, hat Spaß gemacht. „Deutschland, Deutschland über alles“ ist eine Sammlung von kurzen Geschichten, Kommentaren und Essays zu unserem Land und seinen Bewohnern. Geschrieben hat sie Kurt Tucholsky („Satire darf alles“) Ende der 1920er. Bisher kannte ich „Deutschland, Deutschland über alles“ nur als ziemlich liebloses Reprint des Originals; diese Neufassung, herausgegeben vom Journalisten Timo Rieg, überzeugt aus vier Gründen. Der Herausgeber hält sich nicht sklavisch an das Original: er wählt die Texte aus, die auch heute noch zu uns sprechen und ergänzt sie um weitere, treffende Texte Tucholskys. Was mir im Original fehlte - es gibt hier sinnvoll eingeteilte Kapitel: „Das Land“, „Die Herrscher“, „Das Militär“, „Die Justiz“, „Deutsche Freiheit“ und „Die Menschen“. Dazu finden sich gelungene Aktualisierungen: das freche Cover, neue Bilder, ein angenehmes Layout und eigene Anmerkungen des Herausgebers. Schließlich: Der unverwechselbare Ton Kurt Tucholskys ist immer da: witzig und bissig; klar, ohne Schwurbelei, unaufgeregt; hintersinnig und herzlich.Dieses Buch zu lesen, macht nachdenklich. Vieles, was Tucholsky vor 80 Jahren gesagt hat, passt heute noch oder wieder. Wenn man das Bild vom Bundeswehr-Gelöbnis sieht (S. 103), weiß man, dass Tucholskys beißende Kritik am Militär immer noch treffend ist. Auch beim Lesen des Textes „Die Beamtenpest“ verbindet man mühelos eigene Erfahrungen. Besonders eindrücklich sind die Kapitel „Die Justiz“ und „Die Menschen“: wie Tucholsky die Arroganz und Selbstgewissheit von Richtern und Anwälten entlarvt ist wundervoll und erschreckend zeitlos – man sehe nur den Herrn auf Seite 111. Über den Menschen schreibt Tucholsky: „Der Mensch ist ein politisches Geschöpf, das am liebsten zu Klumpen geballt sein Leben verbringt. Jeder Klumpen hasst die andern Klumpen, weil sie die andern sind, und hasst die eignen, weil sie die eignen sind. Den letztern Hass nennt man Patriotismus.“ Besonders empfohlen sei zum Ende auch ein eigener Text des Herausgebers Timo Rieg: seine Anmerkungen zum Verkehr („Ampelgehorsam“) sind köstlich.Wer ein treffsicheres Buch zu Deutschland lesen will, liegt mit Tucholskys „Deutschland, Deutschland über alles“ richtig – das übliche seichte Geschwätz oder Betroffenheits-Pathos wird er nicht finden.Dieses Buch zu lesen, tut gut.