Read Bewusstseinstheorien: Zur Problematik und Problemgeschichte des Bewusstseins und Selbstbewusstseins by Karen Gloy Online

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Bewu tsein ist uns das Selbstverst ndlichste von der Welt und dennoch das der theoretischen Erfassung Widerstrebendste Im ersten systematischen Teil des Buches werden die bewu tseinstheoretischen Modelle und ihre Implikate entfaltet das Reduktionsprogramm der bersetzung des Psychischen, das Selbstbeziehungsmodell, das Relationsmodell, das Flu modell Im zweiten, historischen Teil wird die Geschichte der Bewu tseins und Selbstbewu tseinstheorie seit der Antike bis in die Gegenwart verfolgt Die These ist, da Bewu tsein und Selbstbewu tsein nicht erst mit Descartes ins Zentrum des philosophischen Interesses r cken, sondern da bereits mit Platons Charmides die Weichen f r die sp ter explizierten und differenzierten Theorien gestellt werden Ein Buch, welches durch die Klarheit seiner kritischen Analysen besticht Die H he des Abstraktionsniveaus in eins mit der Plastizit t der Darstellung faszinieren an diesen Texten Studia Philosophica 1999...

Title : Bewusstseinstheorien: Zur Problematik und Problemgeschichte des Bewusstseins und Selbstbewusstseins
Author :
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ISBN : 9783495481172
ISBN13 : 978-3495481172
Format Type : EPub
Language : Deutsch
Publisher : Alber, K Auflage 1 1 Januar 2004
Number of Pages : 360 Seiten
File Size : 664 KB
Status : Available For Download
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Bewusstseinstheorien: Zur Problematik und Problemgeschichte des Bewusstseins und Selbstbewusstseins Reviews

  • Johannes Heinrichs
    2018-12-11 06:13

    Diese Übersicht über die Bewusstseinstheorien von der Antike (Platon, Aristoteles) bis fast zur Gegenwart, bis zu Sartre ist höchst lehrreich, erstaunlich kenntnisreich, scharfsinnig und klar in der Diktion. Eine ausführliche Auseinandersetzung mit der so genannten "Philosophie des Geistes", wie die englische "Philosophy of Mind" schlecht übersetzt wird, wird durch ein paar zutreffende Bemerkungen auch im Rückblick ersetzt: "Entfaltet wurde eine Vielzahl von Theorien, teils solche, die Bewusstsein auf Nichtbewusstsein, auf Physisches zu reduzieren versuchten, wie die materialistischen und behavioristischen Positionen, teils solche, die Bewusstsein durch sich selbst in Form eines Selbstbewusstseins, handele es sich um Selbstbeziehung oder Selbstproduktion, erklären wollten, teils solche, die Bewusstsein als Differenz- und Fremdbeziehung, d.h. als Beziehung zwischen zwei verschiedenen Entitäten auslegten, teils solche, die Bewusstseins als Relation der Daten untereinander interpretierten, wie die Strom- und Flussmodelle" seit Husserl (341). Besonders stark erweist sich die Interpretin in Bezug auf Platon und Aristoteles, dann in Sachen Fichte. Bei diesem allerdings folgt sie ihrem einstigen Lehrer Dieter Henrich folgenreich in die Ablehnung des Reflexionsmodells des Selbstbewusstseins, das bei Kant und dem deutschen Idealismus zugrunde liegt, das allerdings bei Fichte (schon laut Henrich) von einem Produktionsmodell des sich selbst setzenden Ich abgelöst worden sein soll. Dieses trägt jedoch zugleich alle Züge des Modells des Reflexionsmodells (d.h. Konstitution des des Selbstbewusstseins durch begleitende Reflexion oder intellektuelle Anschauung). Meines Erachtens ist dessen Ablehnung durch Henrich und Gloy in einem großen Missverständnis der Reflexion als einer objektivierenden, ausdrücklichen Intentionalität begründet. Der Zirkel, den sie im Selbstbewusstsein als Selbstreflexion erblicken, wird von ihnen selbst durch das Verständnis von Reflexion allein als Objektivierung hineingetragen. Dagegen scheint implizite Reflexion als nicht objektivierende und nicht sekundäre Selbstbegleitung gerade das Wesen des Selbstbewusstseins auszumachen. Dieser Gegeneinwand wurde schon in "Reflexion als soziales System" (1976) und "Logik des Sozialen" (2005) ausführlich vorgebracht und u.a. von Dieter Wandschneider, den die Luzerner Emerita wenigstens beiläufig nennt, positiv aufgegriffen, während Henrich und seine Schüler es 40 Jahre hindurch keiner Diskussion würdigen. Aufgrund dieses zentralen Schwachpunktes ihrer Darstellung kommt die Autorin zu einem rein negativen Ergebnis: "All diese Konstruktionen aber wurden von Schwierigkeiten interner wie externer Art heimgesucht. Sie alle erlagen Widersprüchen, Paradoxien, Inkonzinnitäten [ein Wort, das ich erstmals in diesem Buch fand, und zwar oft], die sie als adäquate Interpretationen scheitern ließen. (...) Die heutige Forschungslage ist in der Tat von der Art, dass es nach wie vor keine überzeugende Beschreibung des Bewusstseins gibt, die zugleich in sich konsistent genannt werden könnte" (ebd.). Kein Wunder, wenn man an entscheidenden Argumenten und Vorschlagen vorbeigeht - was so typisch für die akademische Nicht-Argumentation unter der Herrschaft des "herrschaftsfreien Diskurses" ist. Kein Wunder, auch dass bei solch wackligem Fundament der gesamten Philosophie als Bewusstseinstheorie die Suchenden und Studierenden geneigt sind, zu jener Maschinen-Philosophie des Geistes überzugehen!Trotz dieser Inkonzinnität = Unangemessenheit kann ich dem Buch meinen Respekt nicht versagen. Es ist historisch sehr lehrreich und systematisch immerhin herausfordernd.