Read Der Winter unsers Mißvergnügens by Stefan Heym Online

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ber den Autor und weitere MitwirkendeStefan Heym, 1913 in Chemnitz geboren, emigrierte, als Hitler an die Macht kam In seiner Exilheimat New York schrieb er seine ersten Romane In den 50er Jahren, gef hrdet durch die Intellektuellenhatz des Senators McCarthy, kehrte er nach Europa zur ck und fand Zuflucht, aber auch neue Schwierigkeiten in der DDR Als Romancier und streitbarer Publizist wurde er international bekannt und gilt heute als einer der erfolgreichsten Autoren der deutschen Gegenwartsliteratur Er starb 2001....

Title : Der Winter unsers Mißvergnügens
Author :
Rating :
ISBN : 3442723663
ISBN13 : 978-3442723669
Format Type : EPub
Language : Deutsch
Publisher : btb Verlag 1 April 1998
Number of Pages : 222 Seiten
File Size : 880 KB
Status : Available For Download
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Der Winter unsers Mißvergnügens Reviews

  • Luzifer & SpaceGirl
    2018-12-08 04:30

    Auf unterhaltsame Weise berichtet der Autor über die Ereignisse des Jahres 1976. Wissenswertes weiß er unter anderem mitzuteilen über:BRUNO APITZ und WALTER GORRISH.Den Angaben des Autors zufolge waren Gorrish und Apitz zwei unangenehme Zeitgenossen, die Stephan Hermlin im Dezember 1976 in aller Öffentlichkeit als 'Verräter' denunzierten und seinen Ausschluß aus der Partei forderten. Der Autor entschuldigt das Verhalten von Bruno Apitz mit dessen fehlender Schulbildung, aus welcher jener auch keinen Hehl gemacht habe (S. 145).JUREK BECKER.Laut Stephan Heym erhielt Jurek Becker 1976 von Erich Honecker persönlich die Erlaubnis zur Reise in die Bundesrepublik (S. 81). Heym beschreibt Becker als 'einen Mann mit wildem schwarzem Haar, schwarzem Bart und schwarzfunkelnden Augen, der herrlich lache und jüdele' (S. 91). Becker habe sich eine Mitschuld an der Ausbürgerung Wolf Biermanns gegeben, denn er selbst habe seinem Freund 1976 geraten, das Auftrittsangebot in Köln wahrzunehmen (S. 144).VOLKER BRAUN.Der Autor beschreibt Volker Braun als einen nervösen Menschen mit kindlich rundem Gesicht und leiser Stimme (S. 35).FRITZ CREMER.Der Autor beschreibt Cremer als einen Menschen voller Widersprüche. Seine Frau sei während der Nazizeit inhaftiert gewesen, er selbst sei: 'ein alter Kommunist, ein Staatspreisträger und ein Rebell, der nie über die Stränge schlüge.' (S. 42). Cremer habe immer an einem Ecktisch im Kulturbundklub in der Otto-Nuschke-Straße zu Mittag gegessen. Er habe meist allein gegessen, stumm, den Blick auf den Teller gerichtet. (S. 153).FRIEDRICH DICKEL.Nach Einschätzung des Autors war Dickel ein Dummkopf, der empört gewesen sei, als er Heym gewaltsam zu sich bringen ließ und jener vorgab nicht zu wissen, wer sein Gegenüber sei. Er sei doch der Innenminister - Wie könne es sein, dass Heym das nicht wisse?! Der Autor beschreibt Dickel als einen unhöflichen Menschen, der ihm bei dem besagten Gespräch nicht mal einen Stuhl anbot und mißgelaunt zusah, wie der Schriftsteller sich selbst eine Sitzgelegenheit organisierte. Dickel habe ihm, Heym, unterstellt, sich abfällig über den Sozialismus geäußert zu haben. Er, Heym, habe dies bestritten, der Minister habe ihm aber überhaupt nicht zugehört und ihn nach seiner Ansprache vor die Tür geschickt (S. 90f.)ANGELICA DOMRÖSE.Der Autor beschreibt die Schauspielerin als einen konfliktscheuen Menschen. Als es um die Frage ging, ob man gegen die Ausbürgerung Wolf Biermanns protestieren solle, habe sie mit leiser Stimme dazu geraten, einen Konflikt mit Staat und Regierung doch lieber zu vermeiden (S. 70).FRANZ FÜHMANN.Um zu arbeiten, habe Fühmann sich außerhalb der Stadt 'verkrochen'. Laut Heym war Fühmann ein heiterer und sensibler Mensch mit Gewichtsproblemen. Er habe sehr darunter gelitten, dass die offiziellen Stellen ihm 1976 verboten, sich im Vorwort einer Gesamtausgabe seiner Werke bei dem tschechischen Lyriker Ludvik Kundera zu bedanken (S. 190f.).PETER HACKS.Laut Heym lief Hacks, den er ursprünglich gut habe leiden können, 1976 'zu den Philistern über'. Auf die Ausbürgerung Wolf Biermanns habe Hacks nur mit Blödeleien reagiert, was der Autor ihm übelnahm (S. 150f.)WOLFGANG HARICH & WALTER JANKA.Janka sei ein kluger, bescheidener und unkorrumpierbarer Mensch gewesen. Aufgrund von Harichs Falschaussage habe man Janka zu einer langjährigen Zuchthausstrafe verurteilt (S. 87). Harich habe einst in Heyms Beisein gegenüber dem Labour-Abgeordneten Richard Crossman offen eingestanden, dass man ihn, Harich, zurecht verurteilt habe, denn er habe damals tatsächlich den Sturz der Regierung geplant (S. 177ff.).ROBERT HAVEMANN.Der Autor beschreibt Havemann als einen anmaßenden und dummen Menschen, welcher ihm 1976 vorschreiben wollte, wie er, Heym, sich zu verhalten habe. Havemann habe ihn damals am Telefon angeschrien und unverständliches Zeug gebrabbelt (S. 31f.).STEPHAN HERMLIN.Der Autor berichtet, dass Hermlin ein gebildeter Mensch werden wollte und deshalb seit seiner Kindheit nach einem Plan lebte. Welches bedeutende Werk der Weltliteratur er wann lesen würde, welches Musikstück er wann hören würde ' all das habe er auf Jahre hinaus geplant. Die Logik des Gelesenen habe ihn gezwungen, Kommunist zu werden. Er stamme aus reichem Hause, die Gemäldesammlung seines Vaters hätten die Nazis teilweise auseinandergerissen. Seit den frühen 30er Jahren sei er mit Honecker befreundet gewesen. Heym gibt an, dass er, wenn er Hermlin mit zwei Adjektiven beschreiben müsste, jene wählen würde: Maßvoll und beherrscht. Das habe auch für Hermlins Sprache gegolten. Der Dichter habe bis ins letzte gefeilt an seiner Prosa. Seine Verse, so schätzt Heym es ein, würden 'in sich ruhen'. Seinen Garten in der Kurt-Fischer-Straße habe Hermlin verwildern lassen. Er habe wenig geschrieben, keine Massenauflagen gehabt, finanzielle Förderung sei ihm nicht zuteil geworden, er sei auch nicht darauf angewiesen gewesen. In Hermlins Wohnung habe man eine deckenhohe Bücherwand vorgefunden und einen alten Flügel. Hermlins vierte Frau habe ein Gesicht wie eine Matrjoschka-Puppe gehabt: kirschdunkle Augen und streng gescheiteltes Haar, Hermlin habe sie während des Studiums in der Sowjetunion kennengelernt. Ihr 11jähriger Sohn Andrej sei ebenso lebhaft wie sein Vater zurückhaltend (S. 34ff.) 1976 habe Hermlin, so Heym, DIE(!) Diabetes zu schaffen gemacht (S. 161).HORST HUSSEL.Der Autor schreibt, dass Hussels Ehefrau ihrem Mann bei der Scheidung unterstellt habe, er lebe nach den Moralbegriffen des 19. Jahrhunderts. Der Künstler habe dies bestritten und darauf bestanden, dass es es sich um die Moralbegriffe des 18. Jahrhunderts handeln würde (S. 175f.)HERMANN KANT.Laut Heym war Hermann Kant nah am Wasser gebaut. 1976 sei Stephan Hermlin von Kant 'mit Tränen in den Augen' angefleht worden, nichts gegen den geplanten Parteiausschluß von Jurek Becker und Gerhard Wolf zu unternehmen (S. 163).SARAH KIRSCH und IRMTRAUT MORGNER.Heym berichtet, dass Sarah Kirsch bei einem Treffen im November 1976 eine rumänische Bauernbluse trug (S. 36). Am 7. Dezember 1976 sei ihr von Irmtraut Morgner politische Naivität unterstellt worden, Kirsch habe sich eine solche Unterstellung verbeten (S. 145). Kirsch habe damals mit ihrem Sohn in einem der Hochhäuser am Spittelmarkt gewohnt (S. 154).MANFRED KRUG.Der Autor nennt Krug einen Verräter, auf den er seit dessen Ausreise schlecht zu sprechen sei (S. 8). Heym erläutert, dass sich Krugs prahlerische Aussage, er habe in der DDR im Gefängnis gesessen, auf einen Vorfall bezieht, bei welchem der Schauspieler wegen Schwarzfahrens für 4 Tage ins Gefängnis mußte (S. 107-109).GÜNTER KUNERT.Kunert sei, so Heym, ein witziger Mensch (S. 35f.) und verfüge über eine beneidenswerte Phantasie (S. 52).ALFRED KURELLA, ALEXANDER ABUSCH & HANS RODENBERG.Heym nennt Kurella, Abusch und Rodenberg 'die drei Eisheiligen', welche 1963 über Stephan Hermlin zu Gericht gesessen hätten, weil jener von Wolf Biermann verfasste Lyrik vorgetragen hatte (S. 100).JONNY LÖHR.Heym berichtet, dass Jonny Löhr der Ziehvater von Wolf Biermann war. Nach dem Tod von dessen leiblichem Vater habe Löhr sich um die Erziehung Biermanns gekümmert (S. 28).OTTO NUSCHKE.Der Autor beschreibt Nuschke als einen 'dicken, gemütlichen Mann' mit einer 'dicken, gemütlichen Frau' und einem 'dicken, weniger gemütlichen Knaben'. Besagter Knabe habe ihn, Heym, einst unter dem Tisch ins Bein gebissen und sei daraufhin von seinem Vater gerügt worden (S. 152).KLAUS SCHLESINGER.Schlesinger war nach Heyms Einschätzung ein um Harmonie bemühter Mensch (S. 68). Er habe sich durch eine leise Stimme, heitere Augen und ein sensibles Gesicht ausgezeichnet und älter gewirkt, als er tatsächlich war, denn schon in seinen Dreißigern sei sein dunkelblonder Bart von grauen Strähnen durchzogen gewesen. Aufgrund unregelmäßiger Einkünfte habe der Dichter zeitweise Probleme gehabt, seine Miete zu zahlen. Heym schreibt, dass ihm unklar sei, warum Schlesinger bei den Offiziellen der Hauch der Rebellion anhaftete. Dabei müsse es sich um ein Mißverständnis gehandelt haben, denn Schlesinger habe mit der Versorgung seiner Familie genügend zu tun und nach Heyms Einschätzung gar keine Zeit gehabt für Rebellion (S. 113).ROLF SCHNEIDER.Heym berichtet, dass sein Sohn 1976 in dieselbe Schule ging wie Rolf Schneiders Tochter (S. 186).WOLFGANG SCHREYER.Schreyer wird von Heym beschrieben als ein 'zierlicher, blonder Mann', welcher die Biermann-Petition ebenfalls unterschreiben wollte. Er, Heym, habe ihm aber dringend davon abgeraten (S. 137f.).HORST SEEMANN.Heym berichtet, dass Horst Seemann und seine Frau im November 1976 im Interhotel 'Kongreß' in Karl-Marx-Stadt von zwei seiner Parteigenossen zusammengeschlagen wurden, welche Seemann irrtümlich für einen Unterzeichner der Biermann-Petition hielten (S. 74f.) Seemann sei von diesem Gewaltakt traumatisiert gewesen und habe es kaum noch gewagt, das Haus zu verlassen. Ein hoher Beamter des Innenministeriums habe ihn später aufgesucht und ihn aufgefordert, seine Anzeige zurückzuziehen (S. 158).MARTIN STADE.Stade habe sich, so Heym, 1976 ein verfallenes Bauernhaus in Alt-Rosenthal gekauft und es selbst ausgebaut (S. 103). Der Schriftsteller wird vom Autor beschrieben als ein untersetzter Mann mit kantigem Schädel, blondem Haar und widerborstigem Schnauzbart (S. 181ff.)BODO UHSE.Heym verrät, dass Rolf Schneider ihm erzählt habe, Bodo Uhse sei in die Verschwörung um Wolfgang Harich verwickelt gewesen. Er habe es aber 1956 geschafft, sich der Strafverfolgung zu entziehen. Statt seiner habe man den an der Verschwörung gar nicht beteiligten Walter Janka ins Zuchthaus gesteckt (S. 187).BERTA WATERSTRADT.Stefan Heyms Worten zufolge war Berta Waterstradt 'niemals eine schöne Frau'. 1976 habe sie sehr unter Rückenschmerzen und Fußschmerzen gelitten. Sie wohne in Adlershof, lache viel, sei grundehrlich und koche eine ausgezeichnete Bouillon mit Mazzeklößen. Jedes Jahr sei sie zu ihrer Schwester nach Tel Aviv gefahren (S. 156f.)CHRISTA & GERHARD WOLF.Laut Heym war in der Ehe der Wolfs Christa die Tonangebende. Neben ihr habe der stille Gerhard recht blaß gewirkt (S. 36).

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    2018-12-06 05:24

    Stefan Heym erzählt seine Erlebnisse nach den turbolenten Ereignissen nach der Biermann-Ausbürgerung aus der DDR. Gemeinsam mit anderen Schriftstellern protestiert Stefan Heym gegen diesen Akt und gerät damit immer mehr in die Zielscheiben des Staates, für den er immer eingetreten ist. Dieses ehrliche Porträt zeigt zahlreiche Konflikte und Probleme der DDR, sowie auch die Entschlossenheit vieler Intellektueller sie im Positiven zu verbessern.Bevor man über diese konfliktreiche Zeit urteilen will, muß man dieses Buch einfach gelesen haben.