Read Wozu gibt es Sexualität?: Das Königsproblem der Evolutionsbiologie by Peter Mersch Online

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Der Text geht der in den Wissenschaften noch unbeantworteten Frage nach, was die Vorteile der Sexualit t und insbesondere der getrenntgeschlechtlichen Fortpflanzung sind Er kommt zu dem Ergebnis, dass es bei der Sexualit t ganz wesentlich um eine qualitative Verbesserung des Genpools und um Kommunikation geht Erst die Sexualit t scheint die moderne Welt m glich gemacht zu haben....

Title : Wozu gibt es Sexualität?: Das Königsproblem der Evolutionsbiologie
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ISBN : 148114507X
ISBN13 : 978-1481145077
Format Type : PDF
Language : Deutsch
Publisher : CreateSpace Independent Publishing Platform 1 Dezember 2012
Number of Pages : 58 Seiten
File Size : 789 KB
Status : Available For Download
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Wozu gibt es Sexualität?: Das Königsproblem der Evolutionsbiologie Reviews

  • Intelligoethe
    2019-04-07 15:33

    Danke, lieber Herr Mersch, für die gute Begriffsbildung (Ressource, Recht des Besitzenden, Kompetenz), wodurch man auf diese Materie einen sehr konzisen, klaren Blick gewinnt, und, solange man sich in einer Mini-Teleologie, die quasi durch Darwin vorgegeben wurde, befindet, auch alles stimmig ist. Was ist jedoch, wenn man fragt, warum die Evolution "will", daß ich viele, ihrerseits kompetente, Nachkommen habe? Durch das Ausklammern von (mit Verlaub!) Gott, den man gar nicht in diese Ableitung einbeziehen darf (das ist kein Widerspruch), wird das Ganze ein sinnloses Maschinchen. Der Sinn, möglichst viele und kompetente Nachkommen zu haben, die sich "nach oben" entwickeln, entbehrt des Sinns. Bitte erkennen Sie, daß hier das Nachdenken erst losgeht. Und stützen Sie sich nicht, wie in anderen Büchern, auf Hawking, der mit "Gesetzen im Nichts" beginnt. Die Welt, in der ich lebe, ist kein endlicher, wenn auch komplizierter, Automat. Was sie sein könnte, würde hier zu weit führen. Danke für dieses Büchlein!

  • Eva Berg
    2019-03-20 16:39

    Als mir mein Mann - mit einem kleinen Augenzwinkern - dieses Büchlein schenkte, hoffte ich, als eine, die vor langer Zeit mal ein wenig Biologie studiert hat, auf 50 Seiten kurz und knapp in der interessanten Frage "Wozu Sex?" auf den neuesten Stand der Forschung gebracht zu werden.Das Buch beginnt, nach der Einleitung, nicht etwa mit einer Darlegung der Grundproblematik oder dem Thema "Welche Lebewesen haben wann die sexuelle Fortpflanzung 'erfunden' ?" - sondern mit einem seltsamen Kapitel namens "Wettbewerbskommunikationen", worin der Autor zwischen einem "Recht des Stärkeren" und einem "Recht des Besitzenden" unterscheidet. Selbst wenn man die Frage beiseite läßt, ob diese Unterscheidung für die Biologie wichtig ist (was der Autor mit viel Verve behauptet) oder eher weniger (was mein Eindruck ist), so kann man doch konstatieren, daß diese Dichotomie nichts zur Klärung der Grundfrage Wozu Sex? beiträgt. Ja, es gibt Männchen, die sich als die Stärkeren im Kampf mit anderen Machos erweisen und dann die Weibchen begatten, während in anderen Arten um die Gunst des Partners - in der Regel Weibchen - gebuhlt bzw. geworben werden muß. Doch beides sind schon weit "fortgeschrittene" Spielarten der Sexualität, und erklären nicht, warum die Natur überhaupt auf geschlechtliche Fortpflanzung verfiel - wo Klonen oder Jungfernzeugung doch viel einfacher und effizienter ist -, und vor allem, warum sich der Sex danach bei Eukaryoten fast vollständig durchsetzte. Fakt ist, daß der Sex zu einer Zeit entstand und sich dann ausbreitete, als die oben beschriebene Dichotomie überhaupt noch keine Rolle spielte.Für die nächsten beiden Kapitel ("Handicap-Prinzip" und "Kooperation und Altruismus") gilt das Gleiche: Auch hier befinden wir uns schon in einer sehr weit "fortgeschrittenen" Welt, in der sich die sexuelle Fortpflanzung schon lange lange durchgesetzt hat, mithin wird das vorausgesetzt, was der Titel noch als Frage formuliert. So ist die Hälfte des schmalen Bändchens schon rum, und besagter Frage haben wir uns als LeserIn noch gar nicht genähert.Kap. 5 ("Die Nachteile der Sexualität") schließlich hätte logisch an den Anfang gehört, denn diese Nachteile sind in der Tat gewichtig und offensichtlich, und sie sind es, die die Frage des Titels erst zum Kernproblem der Biologie machen.In Kap. 6 geht es dann endlich um das zentrale Thema: Die Vorteile der Sexualität. Der Autor zählt derer neun auf.Damit das hier nicht zu sehr ausufert, greife ich mir vier davon raus :1. Genetische Vielfalt -- Das ist unstrittig und sehr wichtig, und soweit ich weiß auch der Hauptaspekt bei der Beantwortung der Titel-Frage. Aber seltsamerweise ist Kap.6.1 das kürzeste von allen. Das Wichtigste wird irgendwie nur en passant erwähnt.2. Beschleunigte Verbreitung günstiger Mutationen. - - Das ist im Prinzip auch richtig, aber so, wie es im Buch dann erklärt wird, ist die Verwirrung wieder groß, erst recht durch die Beispiele, die der Autor bringt, z. B. Inselbegabungen bei Autisten. Generell verbreitet sich eine vorteilhafte Mutation auch unter Bakterien sehr schnell, durch nichtsexuellen Gen-Austausch (Konjugation).3. Sexuelle Arbeitsteilung könne Reproduktionserfolg erhöhen.-- Arbeitsteilung schön und gut, aber für den Erfolg der Sexualität ist sie unwichtig. Es gibt sexuell sich fortpflanzende Arten, die keinerlei Arbeitsteilung praktizieren, und es gibt z.B. die Ameisenart Mycocepurus smithii, die arbeitsteilig lebt und doch seit langem keine Männchen mehr hat. Und selbst bei den Ameisen, die Sex praktizieren, findet die Arbeitsteilung innerhalb der ArbeiterINNEN statt. Männchen sind hier nur ausgelagerte DNA, wie generell bei den allermeisten Arten.4. Sexualität fördere die Entstehung sozialer Gemeinschaften -- Ich glaube nicht, daß das stimmt, denn die übergroße Mehrzahl der sexuellen Tiere bilden keine sozialen Gemeinschaften, von Pflanzen ganz zu schweigen. Aber selbst wenn es wahr wäre, so ist auch das kein Grund, warum Sex überhaupt entstand. Das klingt irgendwie so, als ob die Natur vor der "Aufgabe" gestanden hätte, soziale Gemeinschaften hervorzubringen, und Sex sei das Mittel zum Zweck gewesen !Überhaupt schleicht sich in dem Buch immer wieder die in der Evolution unbrauchbare teleologische Betrachtungsweise ein. Auch der Satz "Erst die Sexualität scheint die moderne Welt möglich gemacht zu haben" riecht ziemlich streng nach Teleologie (der Satz ist dem Autor so wichtig, daß er ihn ganz an den Anfang und ganz ans Ende des Buches setzte !).Augenfällig ist auch, was in dem Text alles fehlt: Es gibt Tierarten, die sich sowohl geschlechtlich als auch asexuell fortpflanzen können. Wäre Peter Mersch ein Biologe, so hätte er den einen oder anderen dieser Fälle vorgestellt, um anhand dieser Beispiele aufzuzeigen, wann Sex von Vorteil, und wann er verzichtbar ist. Dann gibt es sogar Arten, die sich schon seit langem asexuell fortpflanzen. Warum schaffen sie, was dem Rest der Natur nicht möglich ist ? Auch das so eine Frage, die, so meine ich, in ein Buch mit einem solchen Titel gehört.Mir ist nach dem Lesen schleierhaft, an wen sich das Buch überhaupt wendet. An Fachleute sicher nicht, denn dazu ist der Text zu oberflächlich (wo man erläuternde Graphiken erwartet, findet man Bilder von Nackedeis aus der Kunstgeschichte!). An durchschnittliche LeserInnen von Sachbüchern - zu denen ich mich zähle - sicher auch nicht. Ein Satz wie der folgende ist z.B. völlig unverständlich : "die Reproduktionsinteressen der Individuen einer Population korrelieren nichtnegativ mit ihren Kompetenzen gegenüber dem Lebensraum".-- ?? -- Welcher normale Mensch soll das verstehen? Vielleicht jemand, der die anderen Bücher des Autors schon gelesen hat, auf die er in den Anmerkungen hinweist.Mein genereller Eindruck ist, daß es sich hier nur um eine Ansammlung von Texten handelt, die der Autor noch irgendwo auf seiner Festplatte hatte, und die er nun mit einem aufmerksamkeitsheischenden Titel und einem ebensolchen Titelbild veröffentlichte, sich aber letztlich nur an seine StammleserInnen wendet..Schade, das Büchlein enttäuschte mich auf der ganzen Linie. Von dem erhofften neuesten Stand der Forschung keine Spur

  • Victoria
    2019-04-08 14:16

    Peter Merschs Buch ist ca. 60 Seiten stark, es handelt sich also eher um einen Aufsatz als um ein Buch. Auf diesen 60 Seiten diskutiert er das, was er – und wohl auch andere – das Königsproblem der Evolution nennen, nämlich die Frage, warum sich zweigeschlechtliche Sexualität gegen Hermaphroditismus (Zwitterarten) durchgesetzt hat und das obwohl Hermaphroditen und asexuell fortpflanzende Populationen häufig sehr viel mehr Nachkommen hervorbringen und sich dadurch einen evolutionären Vorteil verschaffen können.Seine Antwort lautet: „Der entscheidende evolutionäre Vorteil getrenntgeschlechtlicher Population resultiert aus dem Unterschied in der potentiellen Fruchtbarkeit von männlich versus weiblich und den damit verbundenen geringeren Elterninvestments des männlichen Geschlechts.“ Dieses geringere Elterninvestment führt dazu, dass es in entsprechenden Populationen zu einer schnelleren qualitativen Verbesserung des Genpools (beschleunigte Evolution) kommt. Überdies können sich erst in zweigeschlechtlichen Populationen komplexe Interaktionsweisen wie das Recht des Besitzenden und Altruismus auf natürliche Weise ausbilden. Bei getrenntgeschlechtlicher Sexualität geht es auch um Kommunikation.Mersch argumentiert, dass für die Entwicklung komplexer Kommunikation das Recht des Besitzenden notwendig ist. Damit meint er im Bereich der Fortpflanzung, dass der weibliche Teil wählen darf, mit welchem Männchen es sich paart oder allgemeiner ausgedrückt: Derjenige, der eine begehrte Ressource hat, darf entscheiden, was damit geschieht. Anders als beim Recht des Stärkeren, wo die Ressourcen, hier also die Fähigkeit, Junge zu bekommen und aufzuziehen, nach dem Recht des Stärkeren vergeben werden. Etwas vereinfacht ausgedrückt: Das Männchen nimmt sich in diesem Falle, was es haben will und daher besteht kein Selektionsdruck in Richtung von sozialen Verhaltensweisen sondern in Richtung von Merkmalen wie maximale körperliche Tüchtigkeit. Weil aber soziale Verhaltensweisen bessere Überlebenschancen bieten, ist ein Selektionsdruck in Richtung dieser Verhaltensweisen wünschenswert.Sehr stark vereinfacht lautet seine Überlegung: Männliche Tiere haben wegen des geringeren Elterninvestments bei der Fortpflanzung mehr Zeit und Freiheit, um wünschenswertere Lösungen für den bestehenden Anpassungsdruck an entsprechende Umwelten zu finden und können diese Lösungen der Population zur Verfügung stellen. Aus diesem Grunde werden Weibchen, die tatsächlich wählen dürfen, vor allem Männchen wählen, die das auch tun, die ihnen und ihren Jungen also günstigere Überlebenschancen bieten. Das wiederum erzeugt einen Druck in Richtung Triebkontrolle beim Mann, der evolutionär ebenfalls günstig ist.Ein erstes Problem, welches ich hier sehe, ist, dass die unterschiedliche Fruchtbarkeit von männlich versus weiblich und das damit verbundene geringere Elterninvestment des Mannes nicht für alle Tierarten gilt. Bei sehr vielen Tierarten sind Männchen und Weibchen nur zu bestimmten Zeiten fruchtbar. Selbst wenn Männchen mehr Nachkommen haben könnten, sie haben aus hormonellen Gründen keine. Damit verschwindet der Vorteil des Männchens, potentiell mehr Nachkommen haben zu können. Trotzdem haben sich sehr viele Tierarten, für die das gilt, evolutionär durchgesetzt. Ein Beispiel: Der Alpha-Wolf und die Alpha-Wölfin. Nur diese beiden zeugen Nachkommen, auch wenn der Alpha-Wolf potentiell sehr viel mehr Nachkommen haben könnte.Merschs Aussage mit dem geringeren Elterninvestment des Mannes gilt definitiv beim Menschen, aber er gilt im Bereich der Reptilien kaum (beide Partner haben praktisch kein Elterninvestment, die Jungen werden nicht aufgezogen). Er gilt auch für sehr viele Vogelarten nicht, wo das Elterninvestment für die Zeit des Brütens praktisch gleich stark ist (beide Partner gleich starkes Elterninvestment, die Jungen werden absolut gemeinsam aufgezogen).Es gibt Säugetierarten, bei denen Männchen und Weibchen eine extreme und lebenslängliche Bindung eingehen und die Jungen gemeinsam aufziehen und es gibt Säugetiere, wie z.B. Schwarzbären, bei denen das Elterninvestment des Männchen praktisch null ist, nach der Paarung verschwindet der Vater, und trotzdem ist es hier nicht zu sozialen Verhaltensweisen gekommen.Ich kann also nicht nachvollziehen, warum das geringere Elterninvestment des Männchens der evolutionäre Vorteil sein soll. Das ist nur dann ein Vorteil, wenn das Männchen diese frei gewordene Zeit dem Weibchen in Form von Lösungen zur Verfügung stellt und das setzt wiederum voraus, dass das Männchen in irgendeiner Form zurückkommt, wenn es losgelaufen ist und das wieder mitbringt, was es gefunden hat.Mit anderen Worten: Es wird sozial gebunden.Auch die zweite Argumentation: Wenn Weibchen wählen dürfen, dann erzeugt das einen gewissen Druck in Richtung Triebkontrolle beim Männchen und einen gewissen Druck in Richtung sozialer Verhaltensweisen, gilt m.E. nicht überall. In Kontexten wo Weibchen wählen dürfen, weil sie gleich groß und gleich kräftig sind wie Männchen, wählen Weibchen das, was ihnen am günstigsten erscheint. Im Dinosaurier-Kontext haben Weibchen, wenn man überhaupt solche Begriffe wie „Wahl“ anwenden möchte, Männchen gewählt, die stärker sind als andere Bewerber und damit einen Selektionsdruck in Richtung immer größer und immer stärker erzeugt, also Individuen hervorgebracht, die das Recht des Stärkeren durchsetzen konnten. Unter Dinosauriern herrschte mit hoher Wahrscheinlichkeit die Reinkultur dessen, was wir heute als das „Recht des Stärkeren“ bezeichnen und Weibchen, die da mithalten können, werden tendenziell keine sozialen, sondern besonders brutale Nachkommen wollen. Spuren dieses Verhaltens lassen sich sogar beim Menschen nachweisen. Frauen heiraten tendenziell (alles mit Vorsicht zu genießen) Männer, die eher etwas weicher und liebevoller sind und sie bei der Aufzug ihrer Kinder gut unterstützen und gehen an ihren fruchtbaren Tagen gern auch genetisch Einkaufsbummeln bei Testosteron sprühenden, eher aggressiven Typen mit kantigem Kinn und breiten Schultern…Weibchen wollen nur dann soziale Verhaltensweisen, wenn sie asymmetrische Kräfteverhältnisse fürchten müssen oder wenn soziale Verhaltensweisen tatsächlich einen evolutionären Vorteil bieten. Bei Arten, die in Herden bzw. sozialen Gemeinschaften überleben, gilt das. Und ohne Zweifel setzt in solchen Gemeinschaften der evolutionäre Druck in Richtung Triebkontrolle auch ein.Überdies sind, auch wenn sich das momentan nicht durchgesetzt hat, Zwitterarten im Gedankenspiel denkbar, in denen immer ein Teil wählen darf, wer Nachkommen haben darf, egal wie sie produziert werden. Nehmen wir als Idee an, in einer fiktiven Zwitterpopulation gibt es rote und blaue Individuen, wählen wann und wo Nachkommen enstehen dürfen immer die blauen, dann gelten genau die von Mersch als Faktor beschleunigter Evolution geforderten Rechte des Besitzenden auch und zwar völlig unabhängig von einer zweigeschlechtlichen Sexualität. Auch in solchen Populationen käme es zu einer beschleunigten Evolution.Das was bei der zweigeschlechtlichen Sexualität den evolutionären Vorteil bietet, ist nicht die Sexualität an sich, sondern die potentiell mögliche emotionale Bindung von Männchen an Weibchen. Erst die Kombination aus Recht des Besitzenden und dem Wunsch der entsprechenden Weibchen, der Partner möge Bindungen eingehen können, die ihnen helfen, Junge großzuziehen, sorgt für diesen beschleunigten Evolutionsdruck. Denn nur dann ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass Weibchen soziale Verhaltensweisen fordern und diese evolutionär, langfristig gesehen, auch durchsetzen. Das geringere Elterninvestment und die damit verbundene freie Zeit und größere Beweglichkeit des Männchens nützt nur, wenn diese emotional so stark gebunden werden, dass sie teilen, auch dann, wenn sie z.B. das gefundene Fressen sofort aufessen könnten. Mit anderen Worten: Der Jäger muss zur Horde zurückkommen und zwar mit Jagdbeute und diese dort dann anderen zur Verfügung stellen, selbst wenn er am liebsten alles selbst aufessen würde. Der Vogel muss zum Nest fliegen und die kleinen füttern, ob er nun selbst hungrig ist oder nicht.Möglicherweise hat die zweigeschlechtliche Sexualität hormonelle Konstitutionen ermöglicht, die langfristig, wenn auch nicht bei allen Tierarten, Bindungen ermöglichen, wie z.B. das Hormon Oxitycin, während andere Formen der Sexualität dies nicht ermöglicht haben. Bindungsfähigkeit hat die Evolution komplexerer Gehirne hervorgebracht und das wiederum ist evolutionär günstig.Wenn Bindungen der evolutionäre Vorteil sind, weil dann die Jungen eine bessere Chance haben, auch groß zu werden, dann wäre die zweigeschlechtliche Sexualität überlegen. Mit anderen Worten: die zweigeschlechtliche Sexualität hat so etwas wie Liebe ermöglicht und das ist ihr Vorteil und das ist auch das Element, das den sozialisierenden Druck ausübt. Das hat sie nicht immer getan, nicht bei allen Tierarten, aber im Kontext der zweigeschlechtlichen Sexualität konnten unter den Bedingungen emotionaler Bindungsfähigkeit von Männchen und Weibchen komplexe Gemeinschaften und komplexe Gehirne entstehen.Ich kann Mersch also nicht in allen Punkten zustimmen. Dennoch fünf Sterne, weil das Buch wie immer die Bücher von Mersch, klar und pointiert geschrieben ist und seine Thesen so nachvollziehbar auf den Punkt bringen, dass sie zum Nachdenken und Lernen anregen. Und Nachdenken und Lernen bietet ja bekanntlich einen evolutionären Vorteil.